# 55

Nov. 11th, 2009 09:26 pm
[personal profile] gobbolina
Hier kann man noch viel machen, aber erst mal die ursprüngliche (und hingerotzte ^^;) Version.




Vom mutigen Müllerssohn, der auszog ein Ungeheuer zu töten

Es war einmal ein Müller, der war sehr arm. Er hatte einen Sohn, der oft davon träumte er wäre ein Ritter, der von den Leuten wohlgeachtet war, und zudem viel Geld besaß. Denn wir schlimm war es für den Müllerssohn, wenn er nach einem Tag voller harter Arbeit mit knurrendem Magen zu Bett musste, denn sein Vater konnte einfach kein Geld für etwas zu Essen aufbringen.
Eines Tages war der Müllerssohn auf dem Markt um sein Mehl anzupreisen, da kam ein Bote in seine Nähe und rief laut aus: „Höret, Leute, der König des Landes schickt aus nach allen mutigen Kriegern, denn unser Reich wird von einer wilden Bestie bedroht. Wer sie besiegt, der solle bekommen, was er sich nur wünschen mag.“
Als der Müllerssohn dies hörte, dachte er bei sich, dass er es kaum hätte besser treffen können. Ein Ungeheuer mochte er wphl bezwingen, an Mut mangelnde es ihm wahrlich nicht. Er vermochte kaum sich vorzustellen, was er sich alles wünschen würde, sollte er es tatsächlich schaffen das Königreich von der Bestie zu befreien.
So verabschiedete er sich von seinem Vater und machte sich auf zum Schloss des Königs, um diesem seine Dienste anzubiten. Aber als er dort ankam wurde er von den anderen Rittern, die ihr Glück bei dem Ungeheuer versuchen wollten, ausgelacht. Und auch der König selbst sagte: „Was, ein Müllerssohn? Siehst du nicht, viele tapfere Kämpfer wollen mir dienen, und gerade du denkst, dass du es schaffen kannst? Du besitzt nicht einmal ein Schwert. Nein, kümmere dich lieber wieder um deine Mühle, ich kann dich nicht gebrauchen.“ Und so musste der arme Müllerssohn wieder nach Hause ziehen.
Als er eines Tages wieder auf dem Markt war, kam abermals der Bote und rief: „Der König braucht weitere Krieger. Nicht ein einziger, der ausgezogen ist das Ungeheuer zu besiegen, kam zurück. Wer ist tapfer genug es zu versuchen? Sollte er es schaffen die Bestie zu besiegen, so sollen ihm alle Wünsche erfüllt werden.“ Und noch einmal fasste sich der junge Müllerssohn ein Herz, verabschiedete sich abermals von seinem Vater, und machte sich auf den Weg zum Schloss des Königs.Aber auch diesmal sprach der König: „Ich sehe du besutzt immer noch kein Schwert, und du scheinst mir kein guter Kämpfer zu sein. Noch habe ich genug andere Ritter, die weitaus besser geeignet sind als du das Ungeheuer zu töten und unser Land von dieser Plage zu befreien. Geh du nur deines Weges, ich brauche dich nicht.“ Also musste der Müllerssohn wieder von dannen ziehen.
Aber diesmal kehrte er nicht nach Hause zurück. Er war fest entschlossen es mit der Bestie aufzunehmen. So suchte er sich einen Schmied, damit er ihm ein Schwert mache. Der König sollte ihn nicht noch einmal abweisen.
So fand er denn einen Schmied und gab ihm sein ganzes erspartes Geld, auf das er ihm ein Schwert schmiedete, mit dem er kämpfen konnte, und als der Bote abermals alle Ritter dazu aufrief die Bestie zu töten, zog der Junge abermals vor den König und sprach: „Sieh nur, König, jetzt habe ich ein Schwert und kann es mit dem Ungeheuer aufnehmen. Alle eure Ritter und Kämpfer haben es nicht geschafft, das Untier zu besiegen. Was habt Ihr schon zu verlieren, wenn Ihr mich ausschickt.“ Und der König sprach: „Nun gut, wenn du es zufrieden bist, so gehe nur hin und versuche dein Glück, aber ich glaube nicht, dass du lebend zurückkehren wirst.“
Der Müllerssohn war unendlich froh, bekam er nun endlich die Gelegenheit sein Glück zu machen. So reiste er in das Gebirge, wo das Ungeheuer hausen sollte. Als er gerade durch einen Wald wanderte, begegnete ihm eine alte Hexe, die vor einem See stand und jammerte.
„Was grämst du dich, alte Frau“, sprach der Junge sie da an, und sie antwortete: „Mein Zauberspiegel liegt dort unten auf dem Grund des Sees, und ich kann ihn ncht wieder heraufschaffen. Wenn du es schaffst und mir mein Zauberspiegelchen bringst, so werde ich dir helfen, das Ungeheuer zu besiegen.“ Der Müllerssohn wunderte sich, dass die alte Frau wusste, auf welches Abenteuer er aus war, aber schließlich war sie eine Hexe und wusste alles. So sagte er: „Gerne will ich dir helfen.“
Er tauchte in den tiefen See, hinab bis auf den Grund, und fand das Spiegelchen. Er hob es auf und brachte es der Hexe. Sie dankte ihm und sprach: „Du hast wohl daran getan mir zu helfen, und so werde ich auch etwas für dich tun. Ich kann sehen, dass dein Herz rein ist, so will ich dir bei deiner schweren Aufgabe helfen. Ist dein Gewissen rein, so soll dein Schwert jeden Gegner töten, der sich dir in den Weg stellt. Aber bedenke, willst du etwas Böses damit tun, so wird sich dein Schwert gegen dich richten.“ So verzauberte die alte Hexe also das Schwert des Müllerssohns. Er dankte ihr und marschierte weiter.
Schließlich erreichte er das Gebirge und fand alsbald auch das Ungeheuer, ein riesiger feuerspeiender Drache. Der Junge sprach: „Du hast vielen tapferen Kriegern bereits das Leben gekostet, aber mit meinem Zauberschwert werde ich dich besiegen, denn mein Herz ist rein.“ So griff der junge Müllerssohn den Drachen an und stach ihm das Schwert tief in die Brust. Der Drache fiel sodann tot zu Boden und der Müllersohn war es zufrieden mit sich. Er schlug dem toten Drachen den Kopf ab und reiste damit zurück zum Schloss des Königs.
Als er vor ihm stand legte der Junge dem König den Drachenkopf zu Füßen und sprach: „Hier bringe ich euch den Kopf des Drachen als Beweis, dass ich ihn besiegt habe.“ Der König sah dies und war erstaunt, dass es letztlich einem einfachen Müllerssohn gelungen war das Land von dem schrecklichen Drachen zu befreien, aber sein Wort musste er doch halten. Und so sagte er: „Ich sehe, du hast das Ungeheuer besiegt. Zum Dank darfst du dir nun alles wünschen, was du nur begehrst.“ Und der Müllerssohn antwortete: „So wünsche ich mir denn ein großes Haus für meinen Vater, und für mich möchte ich so viel Gold, dass ich mein Leben lang nicht mehr hungern muss. Außerdem möchte ich ein Pferd, um nach Hause reiten zu können.“ Der König gewährte es ihm gern, war sein Land doch nun sicher vor dem Ungeheuer, dessen Kopf der Junge ihm als Trophäe schenkte.
So ritt der glückliche Müllerssohn heim zu seinem Vater und bekam ein großes Haus, in dem die beiden leben konnten, als auch so viel Geld, dass sie sich ihr Lebtag keine Sorgen mehr machen mussten. Der Müllerssohn aber vergaß nie oft der Hexe für ihre gütige Hilfe zu danken, denn ohne sie hätte er es wahrscheinlich nie geschafft den Drachen zu töten.

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